So langsam übernimmt die neue Generation von Volontären die Verantwortung hier in Tabgha. Mein Vorgänger (der wie ich vom Erzbistum Freiburg entsandt wurde) ist am Freitag wieder nach Deutschland geflogen, nachdem wir am Abend vorher noch gemütlich am Pool den Abschied gefeiert haben.
Jetzt sind nur noch zwei Volontäre der alten Generation da, die sich aber auch in den nächsten Wochen Richtung Heimat aufmachen werden. Es ist ein komisches Gefühl, sich von den alten Volontären zu verabschieden. Dabei ist mir erst klar geworden, dass ich noch ein ganzes Jahr vor mir hab. Einerseits eine sehr lange Zeit, aber vermutlich werde ich am Ende des Jahres denken: „Was, schon vorbei?“. Ich bin mal gespannt, wie ich mich in diesem Jahr verändern werde, welche Menschen ich kennen lernen werde und was für Erfahrungen ich machen werde.
Im Moment haben wir hier auf der Begegnungsstätte nur europäische Gruppen und Familien, da in Israel keine Ferien-Saison ist und arabische Gruppen kommen sowieso während dem Ramadan nicht. Deshalb kommt es im Moment zu keinem Aufeinandertreffen von verschiedenen Kulturen. So ein Pech, jetzt wurde ich beim Ausreiseseminat von Leonel so gut darauf vorbereitet, dass mir alles ein bisschen deutlich wurde. Aber das kommt ja noch demnächst.
Trotzdem ist viel los auf der Begegnugsstätte; wir hatten in den letzten Tagen viel mit der Vorbereitung der Häuser und Zelte für neue Gäste zu tun. Dadurch habe ich viel Übung im Putzen bekommen, da wird sich meine Mama sicher freuen. :)
Die meisten Leute, die im Moment hier sind, sind Familien oder Gruppen von jungen Leuten, die hier Urlaub machen und Entspannung suchen, was man hier wirklich gut kann. Die Begegnungsstätte liegt wunderschön direkt am See und außerdem ist dank der fleißigen Volontäre immer alles tiptop gepflegt. Wenn man sich auch in der Freizeit (haben wir ab 16:00 Uhr, das klingt vielleicht früh, aber durch die Hitze ist der Arbeitstag trotzdem sehr anstrengend!) auf der Begegnungsstätte aufhält, kommt man schnell in Kontakt mit den Gästen. Vor allem, weil auch alle Deutsch können. :) In meinem Jahr hier in Tabgha werde ich wohl viele neue Leute kennen lernen.
Auch die Mönche, die hier im Kloster leben, setzen sich übrigens gerne mal mit einem Bierchen abends zu den Volontären und unterhalten sich nett. Alle zusammen sind wir eben - wie Pater Ralph in seiner Ansprache an unserm ersten Tag gesagt hat – die „Tabgha Family“.
Behinderten-Gruppen haben wir hier im Moment auch nicht, da diese eben meistens aus Israel oder dem Westjordanland kommen. Den Umgang mit Behinderten konnten wir trotzdem schon einmal üben, da sich Matze am Fuß verletzt hat und dann leider mit dem Rollstuhl durch die Gegend gefahren werden musste:
In den letzten Tagen haben wir auch viele organisatorische Dinge geklärt, ich hab z.B. jedes zweite Wochenende ein freies Wochenende, an denen ich mir gaaanz viele Orte in Israel anschauen will. Tabgha ist zwar schön, aber man will ja auch mal was anderes sehen und hier gibt es so viele interessante Sachen direkt vor der Nase. Am 3. Oktober kommen die Toten Hosen nach Tel Aviv, ich hoffe das klappt. :)
Viele Grüße,
lasst von euch hören,
Johannes

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