Dienstag, 30. November 2010

Important lesson: Never try to go to Masada on a saturday

Am Wochenende wollten Tony und ich einen Ausflug ans Tote Meer machen, um uns Masada anzuschauen, ein bisschen im Wasser Zeitung zu lesen und vielleicht noch ein bisschen durch die Ein Gedi Oase zu schlendern. Dann haben wir aber keine gescheiten Jugendherbergen direkt am Meer gefunden und haben deshalb beschlossen, in Jerusalem zu übernachten und dann nur am Samstag einen Tagesausflug ans Tote Meer zu machen.
Dass am Shabbat in Israel keine Busse fahren war uns zwar irgendwie bewusst, aber zumindest arabische Scheruts (Sammeltaxis) fahren auch am Samstag überall hin, sollte man meinen. Wir sind also Samstags Morgens zum Scherutbahnhof gegangen, haben dort jemanden gefragt, der hat gesagt wir müssen zu ner anderen Station, von da aus nach Bethany fahren und von da aus würden wir nach Masada kommen. Dann sind wir also zur anderen Station gelaufen, mit dem Scherut nach Bethany gefahren und ausgestiegen. Da haben uns dann aber die Scherutfahrer gesagt, dass sie nicht nach Masada fahren, weil das zu weit ist. Aber zu einer Bushaltestelle in der Nähe von Jericho könnten sie uns bringen und von da fahren dann Busse weiter. Da haben wir uns gedacht, das klingt ja ganz vernünftig. Dann wurden wir bei der Bushaltestelle mitten in der Wüste rausgelassen. Und dann ist uns wieder eingefallen, dass Shabbat ist und keine Busse fahren.
Zum Glück war eine Tankstelle in der Nähe, an der einige Touri-Busse standen. Bei denen haben wir mal höflich nachgefragt, ob sie wohl ans Tote Meer fahren und zwei Plätze für uns frei hätten. Das Fragen war aber leider weniger erfolgreich, es waren alle auf dem Rückweg, hatten keine Plätze frei oder hatten keinen Bock auf uns. Besonders nett war ein Ami. Der sagte uns, er fahre nach Masada, habe aber keinen Platz für uns frei und dann fuhr er weg und saß alleine im Auto.
Dermaßen enttäuscht haben wir es mit herkömmlichen Trampen versucht und das erste Auto, das anhielt war ein Polizei-Auto. Ich hab mir gedacht, „Hey, was für nette Polizisten, die wollen uns bestimmt mitnehmen“ und Tony hat Angst gekriegt, weil er dachte, dass Trampen vielleicht wie in den USA illegal ist. Nichts von beidem war der Fall. Der Polizist fragte, nachdem wir die Frage, ob wir jüdisch seien verneinten und ein paar andere Fragen beantworteten: „Do you have any illegal things in your bags?“ Nachdem wir das bestritten sagte er mit hochgezogener Augenbraue und einem verschwörerischen Tonfall: „By 'illegal things', I mean drugs“. Achssoooooo, jetzt erst hatte ich verstanden, was er meinte. Nachdem uns die Polizisten abgetastet und unsere Rucksäcke kontrolliert hatten, fragte Tony, ob sie uns wohl nach Masada fahren könnten, worauf wir allerdings keine Antwort erhielten.
Danach entschieden wir uns, ersteinmal ein Stück zu laufen. Nach einiger Zeit hielt ein Auto mit einem älteren israelischen Ehepaar an, die uns mitnahmen. Sie sind sogar extra für uns nach Masada gefahren, obwohl das viel weiter war, als sie eigentlich fahren wollten.
Dann waren wir in Masada, eine wirklich beeindruckende Festung, von der man einen herrlichen Blick aufs Meer hat. Als wir damit fertig waren, ist uns eingefallen, dass immernoch Shabbat war und wir noch zurück nach Jerusalem mussten.
Wieder versuchten wir es mit Trampen und fragten alle Leute, die auf den Parkplatz kamen, ob wie uns mitnehmen könnten. Ein Ami sagte: „Ich fahre zwar nicht nach Jerusalem, aber das hilft euch vielleicht, dorthin zu kommen.“ und drückte uns 100 Schekel in die Hand. Wir müssen wohl sehr hilfsbedürftig ausgesehen haben.
Als der Parkplatz immer leerer wurde, machten wir uns so langsam Sorgen und gaben unseren Plan, im Toten Meer zu baden für den Tag auf. Hauptsache zurück nach Jerusalem. Dann hat uns zum Glück ein netter Brasilianer mitgenommen, der über Jerusalem nach Tel Aviv fuhr. Zuerst hat er gesagt, er könne uns überall in Jerusalem rauslassen, das wäre kein Problem für ihn. Dann hat er es sich aber wohl doch anders überlegt und uns mitten auf dem Highway rausgelassen. Nach anderthalb Stunden Laufen und Verlaufen waren wir zurück in unserem Quartier und haben erkannt, dass wir uns nächstes Mal wohl einen anderen Wochentag aussuchen würden.
An dem Abend war ich vor 9 im Bett und hab 12 Stunden gepennt. :)

Freitag, 12. November 2010

Viel Besuch

In letzter Zeit hatte ich viel Besuch aus Heidelberg. Zuerst war der Lennart für zehn Tage da. Das war ziemlich cool, auch weil wir Jojo und Noomi in Haifa besucht haben (die beiden sind auch als Volontäre in Israel und warn wie Lennart bei mir in der Stufe). Da haben wir ein Stufentreffen gemacht und hatten viel Spaß. Dabei habe ich gemerkt, wie weit weg mir die Schulzeit schon vorkommt, obwohl das ja eigtl. noch
 nicht wirklich lange her ist.  
Da war ich gerade mit Lennart in Akko...


...in einem Kreuzfahrertunnel.










An dem Tag, als Lennart wieder nach Hause geflogen ist, sind dann auch schon die nächsten Besucher angekommen, nämlich meine Eltern und Geschwister. Auch die Zeit war sehr schön (auch weil ich nicht arbeiten musste, aber nicht nur deswegen :) ) und meine Familie ist jetzt auch bei den anderen Volontären sehr beliebt, weil sie zum Grillabend eingeladen haben.
In der Zeit haben wir auch viele Ausflüge gemacht und so auch ordentlich was vom Land gesehen. Ich war in Jerusalem, Akko, Haifa, in Massada am Toten Meer usw..
Besonders das Tote Meer war sau cool, weil man da wirklich nicht untergeht. :D

Mit meinen Geschwistern im Toten Meer
Als meine Familie dann wieder weg war, musste ich mich so langsam wieder ans Arbeiten gewöhnen. Aber was will man machen. Ein großer Unterschied zwischen der Schulzeit und der Arbeit hier (und jeder Arbeit generell) ist, dass man viel weniger Urlaub hat. Jetzt muss ich mit 24 Urlaubstagen im Jahr auskommen und in der Schulzeit hatte ich fast genauso viele Wochen frei. Ok, nicht ganz, aber ihr wisst was ich mein.
Dieses Wochenende ist hier in Tabgha das sog. Brotvermehrungsfest. Das ist das größte Fest des Jahres für diesen Ort und es werden ziemlich viel Leute erwartet. Ich freue mich jetzt schon auf's Aufräumen danach.

Und jetzt noch ein Bild, um euch neidisch zu machen:

Dieser Anblick bietet sich mir, wenn ich morgens Joggen gehe.
Viele Grüße,
Jojo

PS: Ich hab mir vorgenommen in nächster Zeit mal wieder regelmäßiger in meinen Blog zu schreiben. Ob das klappt, ist eine andere Frage.